Leben von Kindern

Bild 1: Weltkarten

Guten Tag, liebe Kinder!

Ich werde Euch heute über Japan erzählen. 

Zuerst sehen wir, wo Japan überhaupt liegt (Bild 1). Auf der deutschen Weltkarte ist Deutschland in der Mitte. Und Japan liegt im Fernost, also am Ende der Welt. Aber auf der japanischen Weltkarte liegt Deutschland im „Fernwest“, auch am Ende der Welt. 

Einerseits kann man sagen, dass es trotz der großen Entfernung Gemeinsamkeiten zwischen deutschen und japanischen Kindern gibt. Zum Beispiel, sie gehen in die Schule, spielen Fußball, gucken Fernseher, lesen Manga, also Comics, usw. usw. Andererseits gibt es auch große kulturelle Unterschiede. 

Ich werde Euch erzählen, was japanische Kinder (Bild 2) alle Tage machen.

Die japanische Hauptstadt ist Tokyo. Sie ist sehr groß. Von Tokyo kann man den höchsten Berg Japans, Fuji, sehen, wenn das Wetter gut ist (Bild 3). 

Auch japanische Kinder gehen selbstverständlich in die Schule (Bild 4). Dabei müssen sie im höheren Schuljahr eine Uniform tragen. Japanische Schule beginnt im Frühling, wenn im April Kirschblüten blühen. In einer Klasse sind etwa 40 Schüler, also etwas mehr als in Deutschland. Und der Unterricht????? Naja, er ist manchmal etwas langweilig. 

  • Bild 2: Japanische Kinder

  • Bild 3: Japan und Fuji

  • Bild 4: Schule

Bild 5: Bentō

Auch im höheren Schuljahr bringen Schuler Mittagessen (Bentō, Bild 5) zur Schule. Mütter bereiten Bentōliebevoll zu. Und vor dem Essen sagt man in Japan „Itadakimasu“ und nach dem Essen „Gochisō -sama“ (Bild 6). 

Was heißt das? 

Wir alle essen Fleisch, Fisch und Gemüse. Japaner haben dabei Dankbarkeit gegenüber Tieren und Pflanzen. Wir sagen also, „Itadakimasu“, d. h. „Ich esse Eure Leben für mein Leben, vielen Dank“. Und „Gochisō-sama“, d. h. „Jetzt habe ich Euch in mich aufgenommen, Danke nochmals“. 

Nach der Schule können Kinder Sport machen. Es gibt verschiedene typisch japanische Sportarten, wie Judō, Karate, Kendō (Bild 7) usw. Vor allem Mädchen können auch eine Tanzschule besuchen und typisch japanischen Tanz lernen (Bild 7). 

Der 5. Mai ist ein Feiertag und schulfrei, weil er der Tag der Jungen ist (Bild 8). Am Wohnhaus lässt man an einer langen Bambusstange Karpfen aus Stoff oder Papier schwimmen. Wie ihr wisst, ist Karpfen ein starker Fisch, der gegen Strom schwimmt. Im Haus wird eine Krieger-Puppe gesetzt. Sie sieht mutig und tapfer aus. Somit wünschen Eltern an diesem Tag, dass ihre Söhne stark und tapfer aufwachsen. 

  • Bild 6: Vor und nach dem Essen

  • Bild 7: Sport

  • Bild 8: Jungentag

Bild 9: „Tanabata-Fest“ I

Der 7. Juli ist das „Tanabata-Fest“ (Bild 9).

Wie feiern die heutigen Kinder dieses Fest?

In der Schule und zu Hause schmucken sie Bambusbäume mit farbigen Papierstreifen. Dabei schreiben die Kinder auf den Papierstreifen ihre Wünsche. Einkaufsstraßen von Großstädten werden farbenfreudig geschmückt (Bild 10). Und Kinder ziehen Sommer-Kimono an und gehen spazieren.   

Wenn das Tanabata-Fest vorbei ist, ist es bald August, also Sommerferien. Viele Großstadtkinder besuchen ihre Opa und Oma auf dem Land. 

Wie kommen sie dorthin?

Sie fahren häufig mit dem Zug. Es gibt in Japan verschiedene Züge (Bild 11). Aber um schnell am Ziel zu sein, nimmt man natürlich Shinkansen, d. h. Superschnellzug (Bild 12). 

Wie schnell ist der Shinkansen? 

Er fährt mit der maximalen Geschwindigkeit von 320 km pro Stunde im Normalbetrieb.

  • Bild 10: „Tanabata-Fest“ II

  • Bild 11: verschiedene Züge

  • Bild 12: Superschnellzug

Bild 13: Landschaft

Opas und Omas leben häufig auf dem Land (Bild 13), wo ganz anders ist als in Tokyo. Es gibt auf dem Land nur kleinere sowie kleine Städte und Dörfer. Ganz besonders ist, dass wir viele Reisfelder sehen, weil Reis Hauptnahrungsmittel von Japanern ist.   

Was machen die Jungen auf dem Land besonders gerne?

Sie sammeln Käfern und Hirschkäfern, weil sie gut aussehen (Bild 14). Sie füttern sie, spielen mit ihnen und lassen sie aber später in die Natur frei.   

Auf dem Land ist es im Sommer ziemlich laut, weil Zikaden quietschen (Bild 15). 

Während der Sommerferien werden verschiedene Feste überall in Japan, auch in kleinen Dörfern gefeiert. Es gibt z. B. Tanz-Feste für unsere Ahnen (Bild 16). Wir gehen mit Sommer-Kimono dahin und tanzen mit. 

  • Bild 14: Käfern und Hirschkäfern

  • Bild 15: Zikaden

  • Bild 16: Tanz-Feste

Bild 17: Goldfisch-Schöpfen

Bei einem anderen Fest finden wir eine kleine Bude, wo wir Goldfische fangen können (Bild 17). Das ist ziemlich schwer, weil am Instrument nur Papier gespannt ist.  

Es gibt auch Feste, bei denen ein Masken-Tanz Gottheiten dargereicht wird (Bild 18).  

Im September sind die Sommerferien vorbei. Schüler müssen nun ein Sportfest in der Schule (Bild 19) vorbereiten, das im Oktober stattfindet. Dabei werden Wettlaufen, Gymnastik und Volkstanz von Schülern den Eltern und Besuchern gezeigt.

Und im November ist es auch in Japan etwas kalt. Es gibt in diesem Monat eine 7-5-3-Feier. D. h., wenn ein Kind 7 oder 5 oder 3 Jahre alt ist, geht es mit seinen Eltern zum örtlichen Gottesschrein und betet (Bild 20). Dabei sagt das Kind der Gottheit, „Ich bin so groß geworden. Danke für deinen Schutz!“. 

  • Bild 18: Masken-Tanz

  • Bild 19: Sportfest in der Schule

  • Bild 20: 7-5-3-Feier

Bild 21: Neujahrsfest

In Deutschland feiern wir Weihnachten religiös. In Japan gibt es aber keine Weihnachten, weil Japaner eine andere Religion haben. Dafür feiern Japaner das Neujahr sehr groß, mit drei Feiertagen (Bild 21). An diesen Tagen wird Reiskuchen gemacht, Mütter kochen Spezialgerichte und Kinder sowie auch Erwachsene ziehen Kimono an. Außerdem werden Traditionelle Spiele gespielt, und viele Japaner gehen zum Gottesschrein beten. 

Es ist für Kinder besonders erfreulich, dass sie einen höheren Betrag von Geld als Neujahrsgeschenk bekommen, und zwar nicht nur von ihren Eltern, sondern auch von ihren Großeltern, Onkeln sowie Tanten. Deshalb freuen sich Kinder besonders auf das Neujahr. Es gibt sogar ein Kinderlied, das sagt, wie sich Kinder auf das Neujahr freuen.    

Im kalten Monat, Februar, gibt es auch eine Sitte in Japan (Bild 22). Hierbei spielt meistens Vater eine Rolle von Teufel mit einer Maske. Mutter und Kinder bewerfen mit Bohnen gegen den Teufel. Dabei rufen sie rhythmisch-laut, „Teufel raus, her mit Glück!“ Die Bohnen sind geröstet, so dass wir sie essen können. Jeder isst die gleiche Anzahl wie sein eigenes Alter. Man sagt, so bleibt man ein weiteres, ganzes Jahr gesund. 

Wisst ihr noch?

Wir haben vorhin gesehen, dass der 5. Mai der Tag der Jungen ist. 

Das ist unfair, oder?

Keine Sorge!

Japaner feiern auch einen Mädchen-Tag, der „Hinamatsuri (Puppenfest)“ heißt (Bild 23). Das ist der 3. März. Zu diesem Tag werden verschiedene Puppen auf die Treppe gestellt. Der Tag verläuft ruhig und elegant. Jungen können Mädchen zuhause besuchen, so dass das Mädchen als Gastgeberin den Jungen Tee und Süßigkeiten anbietet. 

So, es ist wieder Frühling mit Kirschblüten (Bild 24). Das neue Schuljahr beginnt. 

Ich glaube, Japan ist ein kinderliebes Land. Ich hoffe, dass ihr später eine Chance habt, japanische Kinder zu besuchen. 

〔Ende〕

  • Bild 22: Sitte „Teilung der Jahreszeiten“

  • Bild 23: „Hinamatsuri (Puppenfest)“

  • Bild 24: Kirschblüten