Indonesien

Erklärung
Wir, die indonesische Nation, erklären hiermit die Unabhängigkeit Indonesiens.

Die Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem Machtwechsel usw. werden sorgfältig und so zügig wie nur möglich erledigt.

Djakarta, am 17. Tag des Monats 8 des Jahres 05#
Im Namen der Indonesischen Nation
Soekarno/Hatta.


# Das Jahr ist als 05 angegeben, da 1945 nach dem japanischen Kalender das Jahr 2605 war.

Restauration

250 Jahre lang war Japan von der Außenwelt nahezu abgeschlossen. Sein Volk hatte Kaiserkult und Chauvinismus inne.

Mitte des 19. Jahrhunderts öffnete Schogun Tokugawa das Land, obwohl der Kaiserhof und einige mächtige Fürstentümer strikt dagegen waren.Die Öffnung des Landes verursachte große politische und wirtschaftliche Probleme.

Folglich lieferten Befürworter der Öffnung und ihre Gegner eine heftige blutige Gegenüberstellung. Außerdem wurden zahlreiche Europäer von ausländerfeindlichen Samurai angegriffen. Es kam sogar zu lokalen Kriegen zwischen England und Fürstentum Satsuma (Kagoshima) sowie zwischen europäischen Alliierten und Fürstentum Chōshū (Yamaguchi).

Nach den Kriegen verbündeten sich Satsuma und Chōshū miteinander, um das bereits geschwächte Tokugawa-Schogunat zu stürzen. England unterstützte die beiden mit Waffen- sowie Munitionslieferung heimlich.

Obwohl Schogun Tokugawa vor einem möglichen gewaltsamen Sturz vom Amt zurücktrat, wollten Satsuma und Chōshū den Tokugawa-Clan gründlich vernichten. Ihre Truppen rückten von Kyoto nach Edo (Tokio) vor und marschierten weiter in Richtung Norden an, um mit dem Schogunat befreundete Fürstentümer, insbesondere Aizu (Fukushima), zu bezwingen.

Die „Revolution“ endete, als ein Freistaat in Hokkaidō, der ein halbes Jahr zuvor von Überlebenden der Tokugawa-Truppen gegründet worden war, erobert wurde.

Die letzten 16 Jahre der Samurai-Zeit war kurz aber sehr intensiv und bestimmte das heutige Japan.

Atombombe

Im Juli 1945 entwickelten die USA die Atombomben, die drei Wochen später auf Japan abgeworfen wurden und verheerende Schäden verursachten.

Warum setzten die USA die nukleare Waffe für den Pazifikkrieg ein?

Die US-Regierung gab vier Beweisgründe dafür an.
• Beschleunigung der Kapitulation von Japan
• Bestrafung der japanischen Ablehnung der Potsdamer Erklärung
• Zerstörung der berühmten Militärhafenstädte
• Vergeltung der langjährigen Verbrechen Japans in Asien

Diese Beweisgründe waren aber Scheinargumentationen und nachträgliche Rechtfertigungen.

Es gab drei wirkliche Gründe für die Atombombenabwürfe.
• Demonstration der militärischen Stärke der USA der Sowjetunion gegenüber
• Atombomben-Experiment mittels lebenden „Objekten“
• Innenpolitische Rechtfertigung der Verschwendung von Steuergeldern


Darüber hinaus spielte möglicherweise der antiasiatische Rassismus eine Rolle.

Der 34. US-Präsident Eisenhower kommentierte 1963 den Einsatz der beiden Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki, „Es war nicht nötig, dieses furchtbare Ding auf sie abzuwerfen.“. Der im Pazifikraum verantwortliche Mann, General Douglas MacArthur sagte nach dem Krieg wiederholt, dass die Atombombe nicht erforderlich gewesen sei.

Heute sind auch zahlreiche US-Historiker der gleichen Meinung.

Die Atombombenabwürfe sind dem Sinne nach deutliche Kriegsverbrechen, dass sie Zivilisten wahllos töteten. Aber das japanische Volk hegt keinen Groll gegen die USA. Das, was die Japaner machen, sind lediglich, sich selbst die Schuld aufzudrängen, Kranich zu falten und um Frieden zu beten.

Warum ist es so? Ist es wirklich so richtig?
Die Japaner müssen sich darüber im Klaren sein, dass die Art, wie sie mit den Schicksalen von Hiroshima und Nagasaki umgehen, entscheidend für die Zukunft sein mag.

Yamato

Kürzlich wurde „Musashi“ auf dem Meeresboden der Philippinen entdeckt. „Musashi“ ist ein Kriegsschiff aus dem II Weltkrieg. Sein Schwesterschiff ist das berühmte, damals weltgrößte Kriegsschiff „Yamato“. „Yamato“ ist die alte Bezeichnung von Japan.

Von Hiroshima ca. 40 Minuten mit dem Zug entfernt liegt die Stadt Kure, wo „Yamato“ gebaut wurde. In dieser Stadt findet sich das Yamato-Museum.

Die Hauptattraktion des Museums ist das originalgetreue 1/10-Modell des „Yamato“.

„Yamato“ wurde im Sommer 1940 fertig gestellt. Es war 263m lang, 39m breit und hatte 153.533 Pferdestärke. Die Zahl der Besatzung betrug über 3.000.

Das japanische, symbolhafte Kriegsschiff „Yamato“ wurde im Frühling 1945 durch zahlreiche Bomben und Torpedos in der Nähe von Okinawa versenkt.

In der Ausstellung steht der II Weltkrieg nicht im Vordergrund, sondern viel mehr die Hochtechnologie des Schiffbaus von damals und heute.
Im Museum bzw. in der Nachbarschaft sind auch das Kampfflugzeug „Zerosen“ aus dem Pazifikkrieg und ein echtes U-Boot, das bis 2004 im Einsatz war, ausgestellt.

Gandhi hat einen Platz in Hannover.

„Gandhi hat einen Platz in Hannover.
Freiheitskämpfer Gandhi (1869 – 1948) gilt mit seinen zeitlosen Lehren als eine der moralischen Lichtgestalten der Weltgeschichte. Er führte die indische Unabhängigkeitsbewegung an, die gewaltfrei die britische Kolonialherrschaft beendete.“ ,
so weit von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (13. April 2015).

Es ist zu naiv, zu glauben, dass die britischen Truppen damals nur wegen der gewaltlosen Freiheitsbewegung Gandhis aus Indien abgezogen wurden. Die indische Unabhängigkeit wurde viel mehr mit Gewalt erkämpft.

Der Freiheitskämpfer Chandra Bose (1897 – 1945) bat 1944 Japan um militärische Hilfe. Die japanischen Truppen, die die indische, nordöstliche Stadt Imphal erreichen wollten, kämpften mit der von Chandra Bose angeführten, indischen Volksarmee (INA) zusammen gegen die Kolonialmacht Großbritannien. ( = „Operation Imphal“)

Letztendlich schlug die „Operation Imphal“ fehl.

An der Operation beteiligte japanische Soldaten: ca. 78.000,
INA: ca. 15.000

Dabei gefallene japanische Soldaten: ca. 49.000,
INA: ca. 3.000

Die „Operation Imphal“ war für das indische Volk ein entscheidender Anlass für seine weiteren Freiheitskämpfe gegen Großbritannien. Und zwei Jahre später erlangte Indien die Unabhängigkeit.

Zwei verschiedene Kriege

Bezüglich des letzten Weltkriegs werden Japan und Deutschland immer wieder verglichen. Aber ich glaube, die beiden Länder führten zwei unterschiedliche Kriege. Die eine der Unterschiede war die Staatsform.

Soviel ich weiß, bestand in Deutschland eine Diktatur vor und während des Kriegs. Der Diktator Hitler und sein Nationalsozialismus planten Invasionen in die benachbarten Länder und führten sie durch.

Nach dem Krieg wurde die „Kriegsschuld“ auf Hitler sowie sein Nationalsozialismus geschoben, und Deutschland wurde „entnazifiziert“.   

In Japan bestand vom Anfang bis zum Ende des Krieges ein funktionierendes, parlamentarisches System, obwohl seine militärische Tendenz verstärkt wurde. Es gab immer sowohl Kriegsbefürworter als auch Kriegsgegner unter den führenden Politikern. Das Militär und das Außenministerium stritten miteinander ständig. Die Armee und die Marine konnten sich miteinander nicht vertragen. Vom 1937 bis 1945 wurde der Ministerpräsident neunmal abgelöst. 

Nach dem verlorenen Krieg nahm das japanische Volk die „Kriegsschuld“ auf seine Schultern.